Cultural Studies – Zukunftsform

ISBN: 978-3-85409-627-6

400 Seiten

15,5 x 23,5 cm

Broschur

 29,80

Beschreibung

Aus dem Amerikan. übersetzt von Stefan Erdei.

Cultural Studies, Band 10. Hg. von Christina Lutter u. Markus Reiseleiter.

Grossbergs Zukunftsvision der Cultural Studies als radikal kontextuelle »Konjunktur-Analyse« ist der Kern dieser »Anti-Einführung«: Keine Bestandsaufnahme, sondern ein Wegweiser, der Versuch einer Antwort auf die Frage, wie sich die Cultural Studies verändern müssen, um Komplexität und Relationalität sozialer Wirklichkeiten besser verstehen und so die Welt anders denken und verändern zu können. Lawrence Grossbergs neuestes Buch verbindet eine profunde Kritik des heutigen Zustandes der Cultural Studies (und der intellektuellen Linken) mit einer Vision für ihre Zukunft. Es zeichnet ihre historische Entwicklung ebenso nach wie ihre gegenwärtigen (teils disparaten, sogar widersprüchlichen) Paradigmen und Positionen und geht der Frage nach, warum sie ihrem Anspruch auf soziale und politische Relevanz, darauf, die Gesellschaft nicht nur zu erklären, sondern vor allem Möglichkeiten für ihre Veränderung aufzuzeigen, scheinbar immer weniger gerecht werden, während traditionelle Weltdeu- tungsmodelle, z.B. die Ökonomie, trotz ihres offenkundigen Versagens weiterhin den politischen Diskurs dominieren. Grossberg plädiert dafür, die Abschottung der Cultural Studies gegen Ökonomie und Naturwissenschaften zu überdenken und sich deren Methoden und Fragestellungen zu öffnen, diese freilich aller absolutheitsansprüche zu entkleiden und rigoros zu kontextualisie- ren. Ausgehend von einer Deutung des gegenwärtigen politischen Problemraums als Kampf um die Moderne(n) schlägt er vor, die Vorstellung einer Fragmentierung der sozialen Formation durch »die Moderne« zu überwinden und die Möglichkeit multipler Weisen des Modernseins zuzulassen. Er entwickelt eine Ontologie des Modernen als multiple Konfigurationen von Zeit- und Räumlichkeiten, Differenzen, Territorialitäten und Mächten und erörtert, welche konzeptuelle und empirische Arbeit – einschließlich des Überdenkens fundamentaler Konzepte wie »Ökonomie«, »Kultur«, »Politik« – die Cultural Studies leisten müssen, um sich als effektives politisch-intellektuelles Projekt neu zu erfinden.

LAWRENCE GROSSBERG ist Morris Davis Distinguished Professor of Communication Studies and Cultural Studies, Adjunct Distinguished Professor of Anthropology, und Direktor des Universitätslehrgangs Cultural Studies an der University of North Carolina in Chapel Hill. Er ist Co-Editor des internationalen Journals Cultural Studies.

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