Sie ist das Dümmste auf der Welt, meine Arbeit. Ich bin Chef einer Abteilung und erteile Befehle. Da niemand mir gehorcht oder auch weil sie alles verkehrt machen, erteile ich schließlich keine Befehle mehr, und dann habe ich eben nichts zu tun.
J. Rodolfo Wilcock ist eine der interessantesten und eigenartigsten Figuren der italienischen Literatur gewesen, der italienischen, ja!, auch wenn er Argentinier war, ein Freund von Bioy Casares und Borges, und mit ihnen eng verbunden, was Stil und Geschmack betrifft. Aber als er sich in den 50er-Jahren in Rom niedergelassen hatte, gelang es ihm, sich als Übersetzer, Lyriker, Romanautor, Essayist… quasi neu zu erfinden, mit hervorragenden Resultaten in einer Sprache, die nicht die seine war.
Aus seiner Produktion – die fast zu Gänze von ADELPHI herausgebracht wurde – ragt L’INGEGNERE als vergessenes Juwel heraus: ein kurzer Briefroman, halb Horrorgeschichte, halb surrealistischer Roman: wunderbar, was Stil und Maß anbelangt, mittels deren es ihm gelingt, auf ganz und gar elliptische Weise ohne auch nur den geringsten Schatten einer tatsächlichen Handlung, abstoßende Gräuel zu erzählen, ohne sie je zu beschreiben. „Der Ingenieur“ ist ein kleines Meisterwerk des Nicht Gesagten, „just an allusion“….
J. RODOLFO WILCOCK, geb. 1919 in Buenos Aires, Argentinien, gest. 1978 in Lubriano bei Viterbo. Wilcock war ein argentinischer Schriftsteller, Dichter, Literaturkritiker, Übersetzer und Bauingenieur. Sein ab 1957 auf Italienisch geschriebenes Werk umfaßt Erzählungen, Theaterstücke, Romane, Satiren, Gedichte.













